Vienna Subject-If nannte ich eine erste Internetarbeit im Jahre 1995, welche mit Anregung und Unterstützung von Dr. Thomas Fillitz am Völkerkunde - Institut der Universität Wien entstand, als Teil meiner Auseinandersetzung mit der Idee eines "Stadtsubjekts", die mich zu dieser Zeit faszinierte.
Eine Auswahl meiner damaligen Schwarzweiß-Arbeiten, stadträumliche Studien und Portraits, sollten mit Hilfe einer unsichtbaren, den Bildern unterlegten Navigation verknüpft werden und so den undurchschaubaren Wust und mystischen Reiz einer Großstadtstruktur vermitteln, welche einen auf immer wieder unerwartete Weise an Orte und in Kontakt mit Personen bringt und auf diese Weise auch ein eigenes Stadtsubjekt erzeugt. Der Einstieg in die Bildserie sollte von einer Stadtkarte aus über eine ebensolche "mystery navigation" erfolgen.
Diese webkünstlerische Absicht konnte damals nicht programmiert werden, und man entschied sich dafür, wenigstens die Vorwärts- und Rückwärtsschritte in unterschiedliche Richtung laufen zu lassen und so in dieser virtuellen Schwarzweißstadt ein wesentlich sanfteres Durcheinander herrschen zu lassen, als ich es eigentlich beabsichtigt hatte (es ist ja auch nicht so einfach, die Komplexität ist vielmehr unendlich).
In dieser Form steht die Arbeit seit damals im Netz, wofür ich Thomas Fillitz nochmals, wenn auch an sich nicht genug danken kann. Der hier aus Enthusiasmus und Freundschaft geleistete Aufwand eines heutigen Herrn Universitätsprofessor ist definitiv unbezahlbar.
Mein persönlicher Schluß aus dieser Arbeit war hingegen, das Internet als Medium sei viel zu langsam und zu umständlich und werde schon allein daher niemals auch nur irgend jemanden interessieren - das Paradebeispiel einer Fidler´schen Fehleinschätzung.

Das Material wurde später nochmals bearbeitet, und zwar in Form einer "Video Edition", die am 15. Juni 1999 in Form eines "subjektiven Abends" im Palmenhaus im Wiener Burggarten aufgeführt wurde (unten die Einladungskarte).
Nicht zuletzt auch aufgrund meiner damaligen seltsamen Lebensumstände war die Veranstaltung von einem sehr inhomogenen Publikum besucht, wodurch dann auch tatsächlich viele Gelegenheit zu ausgiebiger Subjektivität hatten.
Manchmal werde ich heute noch darauf angesprochen.

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Das Programm:

Vienna Subjective: >the video edition<

15. Juni 1999: subjektiver Abend - Palmenhaus Burggarten Wien I.
                                                       Buffet von Roland Traunbauer
                                                       Musik von Christian Schachinger und Karl Fluch


Das Video   -   48 Minuten s/w koloriert

Bild     "Vienna Subjective"
     (Originaltitel: "Es muß schön sein, geliebt zu werden")
Bild     Feld / Schranken / Weg / Horizont
Perforation, Filmrand
Bild     Flugfeld Aspern, Wien XXII, mit Plakatwänden 1,2,3,4
Belichtungsnotiz
Bild    Körperdetails / Horizont
Sheet / Beschriftung / Datum
Bild    Orient - Gebäude
Bild    Feld / Bebauung /Himmel / Telephonleitung
Negativnummer (12)
Notiz (36: -"-)
Bild    Wiental / Naschmarkt
Bild    Druck- und Schriftmüll
Bild    Fuji Film / Rolle
Perforation, Negnr.  4                                                                >>>>>>>>>>>>>>>>>>>>>zurück zur Startseite
Filmanfang
Bild     Schattenperforation / Lichterscheinung    
Bild    "Pereat Mundus", 1,2,3,
Bild     Kunst am Bau / Foxterrier
Bild    Architektur der 80er Jahre
Bild    Nordbahnhof / Datum   / Filmecke
Bild    Mauer in Wien X., mit und ohne Rad / Schatten / Fassade
Bild    Mohn auf der Simmeringer Heide 1,2
Perforation, Negnr 2
Bild     Eternit
Bild     Gewächshaus am Leberberg
Bild    Weg - Stadtrand
Bild    Eternit 2, Detailstruktur
Bild    Film, Comics, Gutenberg mit schlafender Lavendelverkäuferin
Bild    Architektur der 80er Jahre, 2
Bild    Der scharfe Blick / Negnr. 14
Bild    Einfamilienhauseinfahrt 1,2,3
Belichtungsnotizen
Bild    Blöcke mit Diagonalmarkierung
Bild    "Die Unendlichkeit"
Belichtungsnotizen
Bild    Affiche "Der alte Mann und die Tauben", Siedlungsbau
Bild    Kreuzung in Meidling
Bild    Verkehr auf der Edelsinnstraße
Bild    Affiche"Die erogenen Zonen"
Bild    Film, der Starße entlang 1,2,3
Perforation
Bild    Himmelsausschnitt
Bild    Löwen, nicht die von Aspern, Perforation und Bildecke,
Bild    Lebensmitte(l), Kanalspur, Zierfiguren, 1,2
Datum, Filmanfang,
Bild    Nr. 31A, Giebelhütte
Bild    Deckenöffnung, in die ich mit dem linken Bein stürzte und es dabei fast brach, Fotokoffer, Brieftasche
Bild    Innenraum, Deckenöffnungen
Bild    Kaktus horizontal
Bild    Betonwand mit Türöffnung
Bild    Kleinhaus mit fest geschlossenen Läden
Bild    Durchgang "Wurst"
Bild    Durchgang am Schöpfwerk 1,2
Bild    Himmel am Schöpfwerk
Bild    horizontale weiße Leuchte
Bild    horizontal / vertikal, 1,2
Bild    Aufstockung
Bild    verikal / Pappel / Lichterscheinung
Emulsionsnummer 3025
Bild     raus aus Wien mit dem Auto
Bild    Parkplatz, Belichtungsnotiz
Bild    Kleinhaus
Bild    Kleinhaus mit Emulsionsnummer
Bild    Augarten
Punkt, Perforation
Bild    Draußen die Silos - Erhabenheit und Übermut
Notiz vertikal
Wien 1995 -Filmanfang
Bild    Mülltrennungsbehälter, der jüdische Friedhof Döbling im Regen
Ende


Kopien des Videos können zum Stückpreis von ÖS 1000.-bestellt werden


DANK

Barbara Böhm für das Palmenhaus und Kaisers Garten
Roland Traunbauer für alles zusammen
Otto Sares für den Druck der Einladungskarten
Clemens Schedler für deren kompetente Gestaltung
Hubert Winter für die Bezeichnung "Souschef"