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einladung



Präsentation am 16. August 2003 im "Club an der Grenze"
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Schmoegner knipst
oder: Wie kommt die Kunst in die Kunst?

Das „Indiskrete Licht“ ist nicht bloß der Titel einer begonnenen theoretischen Untermauerung für etwas noch wesentlich gravierender unvollendetes, das dann den nicht minder schönen Namen „Privates aus der Halbwelt“ hätte tragen sollen – Bezeichnungen entwickeln ja je nach ihrer Kräftigkeit gleich ein Eigenleben und existieren als fraglos selbständige Zustandswesen, und sie begegnen ihrem Erzeuger in der Folge dann hin und wieder da und dort mit einem frechen „Grüßgott“, sonst gar nichts.
Wenn sich also einer wie der wahrhaft polytechnische Künstler Walter Schmögner einer der wenigen Techniken Bildender Kunst befleißigt, die er nicht beherrscht, entsteht schon allein wegen des dahinterliegenden nun aber wirklich nicht geringen Kopfdruckes eine grobe Licht-Indiskretion, und das sieht man dann auch.
Man kann ja photographieren soviel man will: wenn jemand den Punkt, an dem die Kunst ins Photo gerät, beschreiben, bannen oder sonst irgendwie definieren kann, – auch Zeichnungen werden angenommen – möge er, sie oder es dies doch bitte tun und möglichst publik machen.
Anderen ist im jahrzehntelangen Bemühen um solch eine Gewißheit gerade eben dieses indiskrete Licht untergekommen, jenes, das auch Schmögner zu verfolgen scheint, sobald es an die Herstellung technischer Bilder geht...

16,5 x 23,5 cm, ca. 82 Abbildungen  96 Seiten, Auflage: 1000 Stück






Der „Club an der Grenze“ ist eine Art Privatgasthaus für die zahlreichen Bewohner und Freunde jener Künstlerkolonie, die sich im Laufe der letzten Jahrzehnte südlich von Jennersdorf im weiteren Gefolge von Alfred Schmeller (St.Martin an der Raab) gebildet hat und welche von außen mitunter auch bewundernd-neidisch „Das Tal der Könige“ genannt wird.
Köpfe wie Kurt Kocherscheidt, Walter Pichler, Martha Jungwirth, Attersee, Bruce Meek, Elfi Semotan, Erwin Bohatsch oder eben Walter Schmögner und viele andere unterhalten (oder unterhielten) in dieser Umgebung ihre Land-Ateliers.
Als Treffpunkt und Kommunikationszentrum, also Placebo dessen, was einem in Wien die örtliche Gastronomie zu leisten hat, gründete man den „Club“, welcher von den meisten, aber nicht ganz von allen hier hausenden Kunstgeschöpfen getragen wird:
So vermied es zum Beispiel Martin Kippenberger in der - leider viel zu kurzen - Zeit seiner Aufenthalte im südlichen Burgenland, öfters hierher zu kommen, und bevorzugte stattdessen ostentativ das nicht minder wunderschöne Gasthaus Schabhüttl in Rudersdorf.
„Hierarchieprobleme“ nannte er das legitime Motiv für dieses Verhalten – besser und knapper kann man einen Einwand gegen die Institution „Club an der Grenze“ nicht formulieren.
Also, fast jeder hier leistet seinen Beitrag, und nachdem die Mitglieder im wesentlichen Künstler von Beruf sind oder sich zumindest für die Sparte interessieren, finden auch regelmäßig Ausstellungen in den Räumlichkeiten dieses alten südburgenländischen Hofes statt.
Walter Schmögner plant für heuer eine Photoausstellung, welche von ganz subjektiv-persönlicher, sonderbar sentimentaler und leicht wehmütiger Stimmung durchzogen ist, „Obsessive Aufnahmen und Familienphotographien“ eben, aus über dreißig Lebensjahren.
Vielleicht hängt dies alles auch damit zusammen, daß Schmögner gerade diesen Sommer seinen 60. Geburtstag feiert – jedenfalls wollte er eigentlich nur den einen oder anderen fachkundigen Rat von Herbert Fidler, als er ihn zu Gesprächen über die Konzeption der Ausstellung einlud.
Aus diesen Gesprächen entstand dann rasch die Absicht, auch ein Buch zum Thema herauszugeben, für das auch Lucas Gehrmann vom Triton Verlag gewonnen werden konnte.
Das Material ist einfach zu interessant, um es nicht auch zum Anlaß einer Betrachtung des „homo photographicus“ einerseits und der Sitten der österreichischen Künstler-Szene nach 1968 andererseits zu nehmen.

Vorwiegend als Zeichner und Illustrator hat Schmögner eine lange Bücherliste.
Es findet sich auch ein früheres Photobuch: „Der Traum vom Rückenwind“, Geschichten und Fotografien, Insel Verlag, 1980.

Das vorliegende Buchprojekt präsentiert den Künstler als reinen Photographen.
Der Text von Herbert Fidler erhebt sich in eine kleine, subjektivistisch-medientheoretische Spekulation, sofern sich seine Gedankensprünge nicht der notorischen Themenverfehlung als einzig tauglicher Weg zur Erkenntnis hingeben.




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